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Eine Frage des Überlebens?
Manch einem von uns werden die Haare zu Berg stehen, sobald er nur das Reizwort Individuelle Gesundheitsleistungen hört. Das Spiel mit dem Feuer - Motto: noch mehr Inkasso-Mentalität - will offenbar niemand recht wagen.

Lassen wir die Zahlen* sprechen: 64% der Ärzte negieren IGeLN, 28% praktizieren es und 8% haben es in Planung. Ein ernüchterndes Ergebnis - stehen ethische Bedenken im Vordergrund? Nicht zu unrecht, konnotiert man das ärztliche Berufsethos mit bloßer Geschäftemacherei.

Dennoch: Wir sind der Meinung, dass es, pointiert: auch ohne "Abzocke" geht. Optimal versorgte Patienten in einem gut funktionierenden Praxisteam, das zählt.

Bei den IGeL ist (fast) alles anders

Bei den IGeL ist Vieles ganz anders als bei den Kassenleistungen, auf den ersten Blick auch komplizierter:


Für IGeL bezahlen die Patienten selbst, das heißt, sie werden zu Kunden im Dienstleistungszentrum Arztpraxis.
Bei jeder einzelnen IGeL ist zu prüfen, inwieweit die Erstattungspflicht der GKV tatsächlich ausgeschlossen ist.
IGeL dürfen nicht - als GKV-Leistung kaschiert - auf Chipkarte erbracht werden. Ein solches Verhalten ist als Betrug an der Gemeinschaft der Vertragsärzte zu werten.
Da IGeL unbestreitbar die heilkundliche Tätigkeit eines Arztes beinhalten, sind für die Abrechnung die Vorschriften der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bindend.
Privat liquidierte Leistungen (und damit auch IGeL) dürfen laut GOÄ nicht kostenlos oder unterhalb des Steigerungsfaktors 1 erbracht werden. Der aus einer solchen Vorgehensweise resultierende Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen ärztlichen Kollegen ist außerdem ein Verstoß gegen die Berufsordnung für Ärzte.
Werbung für IGeL ist nur in den Grenzen der Berufsordnung für Ärzte zulässig.


Angesichts dieser Einschränkungen und Vorschriften ist nicht wenigen Kolleginnen und Kollegen das Thema IGeL viel zu "schwierig". Und diese Reaktion ist verständlich: Wer ständig derart komplexe Vorgaben im Kopf haben muss, kann sich kaum auf die Erbringung der eigentlichen Leistung konzentrieren. Unterstützung bringt hier die website der Firma Merckle:

* Repräsentative Umfrage von Mein Yahoo! Für Ärzte, 800 niedergelassene Ärzte, Januar 2004

zurück | nach oben | letzte Änderung: 06.07.04


Thema Spezialisierung: Wenn Sie Lust haben mal über den großen Teich zu schauen...




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