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Der Arzt spricht auch mit seinem Körper
Unprofessionelle Patienten-Kommunikation hat Auswirkungen auf die Behandlung. Kommt der Patient mit seinem Anliegen nicht ausreichend zum Zuge oder gerät er unter Stress, vermindert sich in der Regel seine Aufnahmefähigkeit. Die vom Arzt vorgetragenen Informationen werden gar nicht oder nur bruchstückhaft behalten. Die Folge kann eine schlechte Therapie-Treue (Compliance) sein. Mit anderen Worten: Patienten befolgen die Anweisungen der Ärzte nur unzureichend, nehmen Medikamente nicht regelmäßig, gar nicht oder falsch dosiert ein. Dies wiederum frustriert den Arzt, da keine effektive Behandlung durchgeführt werden konnte.


Es kommt aber nicht nur auf das gesprochene Wort an. Auch das nonverbale Verhalten des Arztes ist von entscheidender Bedeutung. Leider wird auch dieser Bereich in Deutschland massiv unterschätzt. Es sind ausschließlich amerikanische Studien, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Sie kommen aber übereinstimmend zu folgendem Ergebnis: Positive nonverbale Signale des Arztes führen zu mehr Zufriedenheit des Patienten und damit auch zu einer besseren Compliance. Dazu gehört im einzelnen, dass der Arzt den Patienten vermehrt und direkt ansieht, ihm frontal gegenübersitzt und Zustimmen zu den Äußerungen des Patienten mit häufigem Kopfnicken bestätigt. Wichtig ist auch, dass der Arzt lächelt oder zumindest einen angenehmen und mitfühlenden Gesichtsausdruck zeigt. Positiv wirkt sich ebenfalls eine geringe Gesprächsdistanz aus. Ab und zu sollte der Arzt den Patienten berühren. Geradezu ideal ist es, wenn der Arzt die Körperhaltung seines Patienten "spiegelt".

Als besonders negativ auf das Verhältnis zum Patienten wirkt sich zu wenig Blickkontakt oder gar häufiges und langes Wegschauen aus. Auch ein Anstarren empfinden viele Patienten als störend. Ärzte, die sich im Sessel zurücklehnen, wenig Nicken und dann auch noch die Arme überkreuzen, haben sich bei vielen Patienten ebenfalls disqualifiziert.

Bisher kaum erforscht sind die nonverbalen Signale, die mit dem Erscheinungsbild des Arztes verbunden sind. Denn natürlich spielen auch das Alter, das Geschlecht, die individuellen Erscheinungsmerkmale (schlank, dick, athletisch) eine wichtige Rolle.

Was soll der Patient also tun? Experten raten: Jeder sollte sich einen Arzt suchen, der auf wissenschaftlicher Basis praktiziert, rücksichtsvoll und mitfühlend ist. Nicht ganz einfach, aber zu schaffen. Vielleicht können Freunde oder Verwandte einen Arzt oder eine Ärztin empfehlen.


Ärzte-Seminare können die Kommunikation verbessern

Für alle Ärzte, die an ihrem Kommunikationsverhalten arbeiten möchten, bietet DUXXESS Arzt-Patienten-Seminare an. Dort geht es vor allem um die Zufriedenheit von Patienten und die Arzt-Patient-Kommunikation. Anhand von Forschungsergebnissen lernen Ärzte, inwieweit Patienten und Ärzte in verschiedenen Welten leben und wie diese überbrückt werden können. Darüber hinaus üben sie, das eigene Gesprächsverhalten zu verbessern, erhalten Ratschläge, wie sie einen positiven Kontakt zum Patienten aufbauen können und lernen, kommunikative Basisfertigkeiten wie Zuhören und gegenseitiges Verstehen sicherzustellen.

zurück | nach oben | letzte Änderung: 11.05.04